Konfigurator Analytics – Case Study für die Baubranche

Mittels Produktkonfiguratoren können Hersteller der Baubranche bereits heute an wertvolle Daten über den Endkunden und seine Präferenzen kommen.

Von Peter Mandel, Anton Schelepov

 

In unserem letzten Vernetzt Digital Artikel zur strategischen Bedeutung von Daten haben wir es bereits angekündigt. Ein konkretes Beispiel, wie Hersteller der Baubranche bereits heute an wertvolle Daten über den Endkunden und seine Präferenzen kommen können – Sie ahnen es aufgrund des Titels – mittels Produktkonfiguratoren.   

 

Was sind Proudktkonfiguratoren genau?

Bevor wir uns aber unserem Beispiel widmen, in aller Kürze ein wenig Hintergrund zu Produktkonfiguratoren: Mit Konfiguratoren kann der Nutzer die angebotenen Produkte und dessen Attribute – beispielsweise Farben, Material oder Größe – virtuell kombinieren und auf diesem Weg einen Eindruck über Funktionalität und Nutzen des Produktes gewinnen. Ein Aus- und Anprobieren, so wie man es auch von handhabbaren Gütern kennt. Durch die Bedienung eines Konfigurators gelangt ein Kunde also interaktiv zu seinem individuellen Wunschprodukt.  

Allein das sollte für Hersteller der Baubranche schon ausreichend Anlass sein, eben diese Konfiguratoren anzubieten.  Es gibt aber noch einen zweiten, tieferliegenden Grund. Auf Basis von Produktkonfiguratoren kann der Anbieter das Kundenverhalten leicht erfassen. Einerseits zeigen Klickdaten, wie der Kunde sich durch die Optionen im Konfigurator navigiert und seine Produkte zusammenstellt. Andererseits offenbaren gespeicherte Konfigurationen, wie das Wunschprodukt verschiedener Kunden aussieht und wie sich dieses von der ersten Zusammenstellung bis hin zur finalen Bestellung verändert und entwickelt. Die daraus resultierenden Daten geben einen tiefen Einblick in die Präferenzen des Kunden und lassen Rückschlüsse auf strategische Preis- und Produktentscheidungen zu.  

 

Datenanalyse als Grundlage strategischer Entscheidungen

Damit Sie sich einen konkreteren Eindruck von diesen Daten machen können, haben wir verschiedene Konfiguratoren von Herstellern aus dem Sanitärbereich analysiert. Basierend auf dieser Analyse haben wir die Klick-Strecken von Endkunden mithilfe gängiger Simulationsverfahren möglichst realitätsnah nachgestellt und den so entstandenen Datensatz ausgewertet. Mit anderen Worten: Wenn Sie bereits heute einen Konfigurator im Einsatz haben oder die Implementierung eines Konfigurators planen, dann stehen Ihnen ähnliche Daten zur Verfügung. 

Dies ist eine interaktive Darstellung, so dass sich die Werte je nach Auswahl (Klicken) anpassen. Probieren Sie es aus. Über ein Klick auf den Doppelpfeil rechts unten kann der Vollbildmodus aktiviert werden.


In dem dargestellten Dashboard sind die Konfigurationen von Duschkabinen und Kabinenkomponenten von 5050 potenziellen Endkunden dargestellt. 

Zum Beispiel zeigt das Säulendiagramm oben rechts die aggregierten Mengen der im Konfigurator ausgewählten Kabinenarten nach Monaten. Im Zeitverlauf ist u.a. ein kontinuierlicher Anstieg der Kabinenart „Walk-In“ erkennbar. Beim Anwenden des Filters „Altersgruppe“ wird ersichtlich, dass sich dieser Trend insbesondere in der Altersgruppe 50+ manifestiert. Eine wichtige Information für Marketers: Was beeinflusst diesen Trend – allgemeine utilitäre oder gestalterische Entwicklungen, eine erfolgreiche Werbekampagne oder vielleicht eine geänderte Incentivierung des Vertriebsteams. Durch die Beantwortung dieser und weiterer Fragen kann beispielsweise die Allokation des Marketingbudgets optimiert oder die Aussteuerung von Kampagnen verfeinert werden. 

Ein Blick auf das Diagramm unten rechts lässt weitere wichtige Rückschlüsse zu. Dargestellt ist die Verteilung der Preise der endgültig gespeicherten Produkt-Konfigurationen nach Bundesland. Beispielsweise ist erkennbar, dass der Median-Preis in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine ähnliche Höhe hat. In Baden-Württemberg entsteht dieser Median aufgrund einer Konzentration auf sehr teure oder sehr günstige Varianten des Produktes. In Rheinland-Pfalz dagegen kommt der Wert durch eine Fokussierung des mittleren Preissegmentes zustande. Was bedeutet das für die Preisstrategie der BestDusch AG? Könnte eine Regionalisierung der Preise dazu führen, dass die im Markt bestehende Preisbereitschaft besser abgeschöpft wird? Auch diese Fragen sind es Wert, genauer betrachtet zu werden.  

Bei diesen beiden Beispielen möchten wir es gerne belassen und Sie dazu einladen, das dargestellte Dashboard selbst unter die Lupe zu nehmen, um Inspirationen für Ihr Tagesgeschäft mitzunehmen. Denn ganz gleich welche Daten Ihnen vorliegen, es Bedarf immer Ihrer Branchen-Expertise für die richtige Interpretation. Wichtig ist allerdings zu verstehen, dass die Aufbereitung der gezeigten Daten häufig überhaupt erst zu den richtigen Fragestellungen innerhalb eines Unternehmens führt.  

Haben Sie bereits einen Konfigurator im Einsatz oder in Planung? Sprechen Sie uns gerne an, um die Optionen der Datenerhebung und -analyse zu diskutieren. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen. In diesem Sinne bleiben Sie Vernetzt und Digital.

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